(Klein-) Gewerbeanmeldung
In diesem Beitrag berichte ich über meine Erfahrungen bei der Gewerbeanmeldung und wie das ganze funktioniert. Es soll zweiflern die Angst nehmen, damit sie den doch recht leichten Schritt wagen.
Das ganze spielt sich in genau zwei Institutionen ab: Dem Gewerbeamt und dem Finanzamt. Bei mir war das zuständige Gewerbeamt im KVR München zu finden. Das zuständige Finanzamt ist für mich das Zentrale Finanzamt, da man nur dort Informationen einholen darf. In die anderen kommt man nur mit Einladung/Termin. Wenn ihr in einer anderen Stadt wohnt, wovon ich bei den meisten ausgehe, dann informiert ihr euch am besten vorher im Internet und/oder per Telefon, wo und wann ihr hin müsst/könnt, denn wie jeder weiß, sind Beamte nicht sehr lange im Dienst.
Das Gewerbeamt
Der Aufenthalt im Gewerbeamt dauerte bei mir ziemlich genau eine Stunden. Man muss wie gewohnt eine Nummer ziehen und währenddessen ein Formular ausfüllen. Bei einer Anmeldung eines Gewerbes den Gewerbemeldung Schein. Dort ist eigentlich alles selbsterklährend und wenn ihr etwas nicht ausfüllen könnt, lasst es einfach weg. Bei mir war die Deklaration des Gewerbes: "Webdesign und Tätigkeiten im Internet" – Nicht gerade vielsagend, aber ausreichend. Wie ihr euch denken könnt, war dauerte die eigentliche Amtshandlung etwa 7 Minuten, allerdings bin ich an einem Dienstag gegangen, dem einzigen Tag an dem das KVR länger als 12Uhr offen hat.
Wichtig ist, dass ihr euren Personalausweiß mitnehmt und Kleingeld, denn bei mir waren es 43€ Gebühren.
Das Finanzamt
Beim Finanzamt kann ich es kurz machen: Nachdem ihr beim Gewerbeamt wart, braucht einen Schein, der so ähnliches heißt wie Steuerneuerfassung. Aber am besten fragt ihr die netten Damen am Schalter, die sagen euch genau welchen ihr braucht. Beim mir ging das warten ziemlich schnell; etwa 5 Minuten. Deswegen konnte ich diesen ziemlich großen Fragebogen auch nicht ganz ausfüllen, doch der nette Herr hat ihn komplett mit mir zusammen ausgefüllt. Er erklährt euch auch alles weitere.
Wichtig ist hier, dass ihr euren Personalausweiß und eure Identifikationnummer (hattet ihr per Post bekommen) mitnehmt. Kosten entstehen keine!
Resumé (Kurzfassung)
Mitnehmen: Personalausweiß, Identifikationsnummer, etwa 50€.
Zeit einplanen: Etwa 2 Stunden ohne Fahrtzeiten.
Informieren über: Standorte, Öffnungzeiten.
Der Rest geht eigentlich von alleine.
Wie und was man als Kleingewerbe genau machen muss – also was auf einen zukommt, beschreibe ich noch dieses Wochende in einem Beitrag. So viel vorweg: Es ist nicht viel und es lohnt sich!
Einen vergleichbaren Beitrag findet ihr bei Felix (xiel.de)
Meine Empfehlung: Günstiger Webspace und verdammt preiswerte vServer von Netcup Hosting




„damit sie den doch recht leichten Schritt wagen.“ Das wenn ich schon lese…
Entschuldigen Sie bitte aber mit einer Anmeldung ist noch lange nicht der Weg offen zu einem Unternehmen. Diese Anmeldung ist lediglich der Schritt in die Selbstständigkeit aber es sollte der letzte Schritt sein, denn man muss sich vorher wirklich sehr viele Gedanken darüber machen. Man kann nicht so einfach ein Gewerbe anmelden weil man meint, dass es einfach so geht. Also bitte, man braucht schon etwas mehr. Ich kann nicht verstehen, warum die Menschen das immer auf die leichte Schulter nehmen.
Daniel, dass man sich Gedanken macht, ist ganz klar. Aber der Schritt der Gewerbeanmeldung sollte hier erklärt werden, der ist alles andere als schwer.
Einfacher kann man es noch machen, wenn man sich die Gewerbeanmeldung aus dem Web downloadet. Mittlerweile bietet fast jede Stadt ein Online Formular an. Das kann mit der Post, gemeinsam mit einer Kopie des Ausweises, an die Stadt gesendet werden und man bekommt es nach ein paar Tagen abgestempelt auf dem gleichen Wege zurück, natürlich mit einer entsprechenden Gebührenrechnung, die man zahlen muss. Die Kosten sind auch sehr unterschiedlich, je nach Stadt. In vielen kleinen Gemeinden muss man nicht einmal 20 Euro ausgeben. Und vom Gewerbeamt aus gehen die Meldungen über die Eröffnung des Unternehmens dann automatisch an das Finanzamt, das Arbeitsamt und die IHk bzw. die HWK. So war es bei mir zumindest. Den steuerlichen Erfassungsbogen schickt das Finanzamt dann auch per Post.
Da kann ich Stephan nur zustimmen! Die Gewerbeanmeldung ist total schnell und einfach!
Natürlich sollte es der letzte Schritt sein, denn es bringt auch Pflichten mit sich, bei denen es sich manchmal nicht lohnt sie auf sich zu nehmen. Doch so schlimm wie Daniel es beschreibt, ist es doch auch nicht. Ich meine für jemanden der z.b. Rechnungen stellen können muss, da er Werbeeinnahmen hat, lohnt es sich auf jeden Fall und er muss sogar ein Gewerbe anmelden. Rechnungen ohne UST-Nr sind schließlich illegal.
Grundsätzlich ist es aber natürlich schon richtig, dass es sonst nicht sinnvoll ist.
„Rechnungen ohne UST-Nr sind schließlich illegal.“
Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt Kleinbetragsrechnungen bei denen man keine Rechnungsnr. Braucht. Die fallen unter eine Sonderregelung und brauchen auch keine Rechnungsnr und auch keine Adresse vom Käufer. Das Einzige was diese Rechnungen brauchen ist der Betrag bis zu aktuell 150 Euro. Und natürlich die Steuer muss ausgewiesen sein. Aber auf das Thema Gewerbe haben und nicht haben möchte ich nicht eingehen, denn das würde jetzt über die Stränge schlagen denn unter drei oder vier Seiten Bericht würde ich da nicht aufhören zu schreiben. *g*
Das stimmt da hast du natürlich Recht, dass es noch eine solche Alternative gibt. Aber für die meisten die ein Gewerbe anmelden kommt unter 150€ verdienen sowieso nicht in Frage.
Dazwischen wäre ja alleine noch der 400€-Job
Kann man so nicht sagen man muss hier schon sehr aufpassen. Es gibt da ja auch noch so eine nette Regelung, dass man als Gewerbetreibender mehr als einen Auftraggeber haben muss. Da kommt es dann schon mal vor, wenn man einen großen Auftrag hat, dass man mehrere kleine Aufträge nebenbei macht um nicht als Scheinselbstständig zu gelten. Da muss man nämlich sehr aufpassen da gibt es sofort wieder Ärger mit dem Finanzamt leider. Die legen einem ja sehr viele Steine in den Weg.
Der Artikel ist einfach super geschrieben, da weiß man doch ganz genau, auf was man alles achten muss bei einer Gewerbeanmeldung. Denn ich bin auch schon am Überlegen, ob ich nicht ein Kleingewerbe anmelde. Denn nur so zu Hause sitzen und auf die Kinder warten, bis sie aus der Schule kommen ist mir einfach zu langweilig. Eine Geschäftsidee habe ich ja schon lange, doch bisher hatte mir immer noch der mir gefehlt den entscheidenden Schritt zu wagen.
Schade, dass hier ein wenig ungenau mit den Begrifflichkeiten umgegangen wird. Zudem heißt es Personalausweis mit s am Ende und nicht mit ß
Um mal vielleicht ein wenig exakter zu sein: Beim Gewerbeamt wird die Gewerbeanmeldung aufgenommen. Anschließend werden alle anderen Behören über die Anmeldung informiert, sodass man selber eigentlich nichts weiter in diese Richtung unternehmen muss. D.h. das Finanzamt meldet sich von allein mit einem "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung", der auszufüllen ist. Genau dort legt man fest, ob man bspw. die Kleinunternehmerregelung nutzen möchte (dann wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen, man kann aber auch keine Vorsteuer geltend machen!). Wer sich mal wirklich ein paar Minuten mit dem Thema tiefer beschäftigen möchte, dem empfehl ich eine Präsentation von mir zum Thema "Existenzgründung". Ihr findet die auf http://www.christian-schlender.de/existenzgruendung-vortrag-hpi/